Moos – der kleine Spezialist

„So unscheinbar und für uns Kleingärtner unschätzbar wertvoll.“

Moose widerstehen seit unzähligen Generationen nicht nur dem Vernichtungskampf der Hobbygärtner, sondern auch der rauhen Natur selber. So verfügen sie über wirkungsvolle Abwehrstoffe, die sie gegen verschiedene Bakterien und Mikropilze wie z.B. Mehltau schützen. Diese Abwehrstoffe wirken aber auch gegen Fressfeinde wie Kaninchen oder Schnecken.

Moose für den Pflanzenschutz

Für uns ist außerordentlich interessant, dass Moose sich gut schützen können. Diese Eigenschaft können wir Menschen ganz einfach nutzen. Forscher haben einen Moosextrakt hergestellt und damit kranke Pflanzen behandelt. Tatsächlich konnten so Mehltau und Kartoffelfäule wirksam bekämpft werden. So ist es möglich, eventuell vorhandenes Moos aus dem eigenen Garten in jedem Fall zu verwenden. Das ist sehr einfach.

Wässriger Moosextrakt

Moos zerzupfen und in einen Eimer oder eine Gießkanne geben. Dabei braucht höchstens 1/4 des Gefäßes mit dem locker aufgeschichteten Moos gefüllt sein. Mit Wasser bis kurz unter den Gefäßrand aufgießen. Es kommt bei dem Ganzen nicht so genau auf die Mengen an, das Augenmaß genügt. Umrühren und 24 Stunden abgedeckt stehen lassen. Zum Abfiltern das Ganze dann am besten durch ein Tuch oder einen alten Damenstrumpf gießen. Der Moosextrakt kommt in eine Blumenspritze oder in eine große Pumpspritze und los geht's. Kranke Pflanzen sollten alle drei Tage besprüht werden. Besser ist es jedoch, den Moosextrakt vorbeugend anzuwenden. Da reicht eine Behandlung alle drei Wochen aus. So können Infektionen schon von vornherein verhindert werden. Das Mittel wirkt insbesondere gegen Pilzerkrankungen wie Mehltau, aber auch gegen Bakterien, und verscheucht zudem Schnecken.


Die Azaleen – lange Freude mit Moosextrakt

Wässriger Moosextrakt hat aber noch eine weitere Wirkung, die insbesondere Azaleen zugute kommt. Viele Azaleen verkümmern schon nach wenigen Wochen auf der Fensterbank, obwohl sie anfangs so schön blühen. Der Grund liegt beim Gießwasser. Dieses ist nämlich, wenn Leitungswasser verwendet wird, in den allermeisten Fällen zu hart für die Pflanzen, genauer gesagt enthält das Wasser zuviel Kalk. An den Tontöpfen zeigen sich nach einiger Zeit häufig auch die verräterischen Kalkspuren.

Wenn allerdings mit wässrigem Moosextrakt statt mit Wasser gegossen wird, gedeihen die Azaleen über lange Zeit hervorragend. Der Grund liegt darin, dass Azaleen und verwandte Pflanzen wie Rhododendren, aber auch Erika, Begonien und Hortensien sehr weiches, leicht saures Wasser benötigen. Ideal ist da der Regen. Beim Leitungswasser zeigt Moos nun die famose Eigenschaft, Kalk - oder genauer gesagt das Calcium aus dem Kalk - zu binden und dadurch das Wasser zu enthärten. Deshalb lohnt es sich, Azaleen regelmäßig mit Moosextrakt statt mit Leitungswasser zu gießen oder zu wässern.


Praktisch und einfach - alkoholischer Moosextrakt

Um die Wirkung der Moose jederzeit schnell verfügbar zu machen, hier ein Rezept für einen alkoholischen Moosextrakt. Dieser ist mindestens ein Jahr haltbar und kann deshalb bequem auf Vorrat gehalten werden.

Alkoholischer Moosextrakt 4 g getrocknetes Moospulver

70 ml kosmetisches Basiswasser ( in der Apotheke erhältlich) Kosmetisches Basiswasser ist 90 % Alkohol, der leicht parfümiert ist und deshalb nicht versteuert werden braucht.

25 ml WasserDas getrocknete Moos in einem Mörser oder mit einer Elektromühle mit Schlagmesser zerkleinern. Kosmetisches Basiswasser sowie Wasser zusetzen, umrühren und 3 Tage abgedeckt stehen lassen. Kosmetisches Basiswasser ist 90 % Alkohol, der leicht parfümiert ist und deshalb nicht versteuert werden braucht. Deshalb ist er sehr preisgünstig. Trinken kann man den Moosextrakt wegen des kosmetischen Basiswassers nicht, aber dafür ist er ja auch nicht gedacht und den Pflanzen ist es egal. Er wird wie der wässrige Moosextrakt benutzt. Lediglich als Wasserenthärter ist dieser Moosextrakt nicht zu verwenden, da der darin enthaltene Alkohol diese Wirkung verhindert. Pro Liter Sprüh- oder Gießwasser werden jeweils 5 ml Moosextrakt zugesetzt, das ist alles.